Die Betriebseurythmie hat ihre Wurzeln in der Eurythmie, die aus der anthroposophischen Bewegungskunst hervorgegangen ist. Sie überträgt die Prinzipien von Rhythmus, Bewusstsein und lebendiger Bewegung in die Arbeitswelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir uns im Miteinander bewegen, nicht nur körperlich, sondern auch im Denken, im Empfingen und Handeln.
Was dich in einer Betriebseurythmie Session erwartet
Am Anfang steht immer ein offenes Gespräch mit den Führungskräften oder dem Team selbst. Gemeinsam klären wir, welche Themen gerade wichtig sind: Vertrauen stärken, Kommunikation fördern, Veränderungen begleiten oder die Zusammenarbeit lebendiger gestalten. Dieses erste Zuhören und Verstehen ist die Grundlage für alles, was folgt.
Wenn das Ziel klar ist, kommt das Team in Bewegung. Wir beginnen mit einfachen eurythmischen Übungen, die jede und jeder mitmachen kann. Es geht dabei nicht um sportliche Leistung, sondern um das bewusste Erleben von Rhythmus, Raum und Begegnung. In der Bewegung wird für jeden sichtbar, wie Zusammenarbeit gelingt, oder wo es vielleicht noch hakt.
Hier ein Beispiel eines Leadership Eurythmie Workshop mit 110 Menschen einer Textilfabrik in Vietnam.
Nach einer Übungsreihe halten wir inne und tauschen uns aus. Diese Momente der Wahrnehmung und Reflexion sind oft sehr lebendig: Man erkennt miteinander Muster, spürt Veränderungen und entdeckt ganz neue Seiten von sich selbst und des Miteinanders. Bei diesem bewussten Wahrnehmen spürt man oft, dass sich innerlich etwas verändert.
Im nächsten Schritt geht es darum, die gemachten Erfahrungen mit in den Arbeitsalltag zu nehmen. Die Bewegungen werden zum Wegweiser um Projekte klarer, Kommunikation offener und Führung bewusster zu ergreifen.
Zum Abschluss einer Session oder eines ganzen Projektes besprechen wir, was sich gezeigt hat und wie der nächste Schritt aussehen kann. Manchmal fließt daraus eine neue Idee für den Alltag oder ein langsamer, spürbarer Wandel in der Achtsamkeit der Zusammenarbeit.
Betriebseurythmie wirkt nach: oft auf eine stille, aber beständige Weise.
Fragen und Antworten
Typischer Ablauf einer Betriebseurythmie Session
1. Zuhören & Verstehen
Am Anfang steht ein Gespräch mit dem Auftraggeber, oft der Geschäftsführung oder HR. Gemeinsam wird geklärt, worum es wirklich geht: Vertrauen, Kommunikation, Veränderung, Visionen, Führung? Es wird ein klarer und lösungsorientierter Projektrahmen gesetzt.
2. In Bewegung kommen
Es folgen eine oder mehrere Betriebseurythmie-Sessions mit dem Team. In der Bewegung wird sichtbar, wie Zusammenarbeit gelingt, wo Spannungen liegen und wo Energie fließt. Erkenntnis entsteht durch Erfahrung. Wiederholte Erfahrung vertieft und manifestiert sich. Ein Teamflow kann erlebt werden.
3. Wahrnehmen & Reflektieren
Nach jedem Modul einer Session wird gemeinsam reflektiert: Was haben wir beobachtet, welche Muster erkennen wir? Eine Selbstwahrnehmung aber auch Teamwahrnehmung wird ermöglicht. In diesem Moment des Innehaltens – das „Presencing“ in Theory U – wird ein Raum für neue Möglichkeiten geöffnet.
4. Übertragen & Umsetzen
Die gemeinsam erlebten Erfahrungen werden direkt auf die Arbeitssituation bezogen: auf Projekte, Kommunikation und Führung. Bewegung wird so zum Werkzeug für echte Veränderung im Alltag.
5. Nachklingen & Weiterführen
Zum Abschluss werden die Ergebnisse mit dem Auftraggeber besprochen. Eine kurze Zusammenfassung oder ein Report hält fest, was sich gezeigt hat und welche Schritte folgen können.
Jede Session ist anders und so individuell wie die Menschen, die daran teilnehmen.
In der gemeinschaftlichen Bewegung entsteht etwas Echtes: Verbindung, Vertrauen, Lebendigkeit. Und genau dort beginnt Veränderung.

